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Königsee - Juni 2020

Inspiriert durch verschiedene sehr anschaulich geschriebene Kriminalromane haben mein Mann und ich beschlossen, unseren diesjährigen Haupturlaub am Königssee zu verbringen.

Schon bei der Anreise kommt man ins Schwärmen und in Urlaubsstimmung, fährt man doch direkt am Chiemsee vorbei und kann bereits kurz nach München das tolle Alpenpanorama bestaunen.

Unser Hotel „Bergheimat“ befand sich direkt im Ort Königssee in der Gemeinde Schönau.

Nur 200 m vom Hotel entfernt ist die Jenner-Bergbahn und auch der Königssee ist fußläufig zu erreichen. Da wir beide ungeübte Wanderer sind, haben wir mit einer leichten Wanderroute begonnen. Der Malerwinkel-Rundweg führt direkt am Königssee entlang und von verschiedenen Aussichtspunkten hat man einen herrlichen Blick auf den See mit seinem tiefgrünen Wasser. Vom Malerwinkel aus kann man dann auch gleich noch zur Rabenwand aufsteigen, um noch einmal einen anderen Blickwinkel auf den See zu haben. Unabdingbar, selbst für leichte Wanderwege, sollten natürlich feste Wanderschuhe sein, da die Wege auch im Sommer immer sehr feucht und rutschig sind. Jetzt waren wir so richtig in Wanderlaune und haben uns schon auf die nächsten Touren gefreut.

Eine Fahrt mit den lautlosen Elektrobooten auf dem Königssee ist natürlich ein Muss! Man kann zwischendurch an den Haltestellen aussteigen und mit einem der nächsten Boote weiterfahren. Wir sind bis zur Salet gefahren und haben von dort aus eine Wanderung zum Obersee unternommen und von dort weiter zur Fischunkelalm. Die Landschaft ist einfach atemberaubend und die kräftigen Grüntöne der Natur eine Wohltat für Auge und Seele. Von der Fischunkelalm kann man auf Deutschlands höchsten Wasserfall, den Röthbachfall, schauen oder auch hin wandern. Auf dem Rückweg sind wir ins St. Bartholomä ausgestiegen, um uns die berühmte Kirche anzuschauen.

Die Stadt Berchtesgaden ist ebenfalls einen Besuch wert. Wunderschöne Häuser mit der typischen Fassadenbemalung kann man bestaunen, das Schloss, in dessen alten Stallungen sich die berühmte Rehausstellung befindet, besuchen oder aber auch ins „Haus der Berge“ gehen. Das Nationalparkzentrum „Haus der Berge“ ist ein richtig tolles Museum und Informationszentrum, sehr informativ, interaktiv und deshalb besonders für Familien mit Kindern geeignet. Und es ist auch eine Schlechtwetteroption, falls die Sonne mal nicht scheint. Als solche kann man auch das Salzbergwerk Berchtesgaden betrachten. Bei der Führung fährt man mit der Grubenbahn 650 m in den Berg ein und auf 40 m langen Holzrutschen gelangt man in die verschiedenen Ebenen des Bergwerkes. Spektakulär ist die Floßfahrt auf dem Spiegelsee tief unter der Erde. Da schlagen nicht nur Kinderherzen höher! Noch dazu ist die Führung sehr unterhaltsam und informativ.

Von Berchtesgaden aus kommt man direkt zum Obersalzberg. In der Dokumentstation Obersalzberg befindet sich eine Dauerausstellung zur Geschichte der Obersalzbergs und der NS-Diktatur. Die Bunkeranlagen sind ebenfalls zu besichtigen. Vom Parkplatz Obersalzberg gelangt man mit dem Bus  zum Kehlsteinhaus mit seinem überwältigenden Panoramablick über die Berchtesgadener Bergwelt. 2020 war das Haus leider wegen Reparatur der Zufahrtsstraße geschlossen, aber ab Mai 2021 soll es wieder zugänglich sein.

Tipp: Für alle Aktivitäten, sei es die Königsseeschifffahrt, Salzbergwerk Berchtesgaden oder die Fahrt mit der Jenner-Bergbahn empfiehlt sich der Erwerb von Online-Tickets. Man erspart sich damit zum Teil längere Wartezeiten. Durch Corona bedingt war der Eintritt z.B. ins Salzbergwerk auch nur mit Online-Ticket möglich.

Ein weiteres Naturschauspiel ist die Wimbachklamm. Sie liegt praktisch dem Watzmann zu Füßen. Bei einer Wanderung von Ramsau aus kann man auf guten Wegen bis zum Wimbachschloss laufen. Es geht gleichmäßig und nicht übermäßig steil bergan und ist auch für Ungeübte zu schaffen. Dabei kommt man an der berühmten Klamm vorbei. Dort stürzen die aus den Bergen kommenden Wassermassen mit ohrenbetäubendem Lärm herab. Wenn man am Wimbachschloss (ehemalige Jagdhütte) angekommen ist, kann man sich überlegen, ob man noch weiter über das Wimbachgries (breiter Schuttstrom) zur Wimbachgrieshütte wandert. Allerdings wird jetzt der Weg steiler und anstrengender. Egal welchen Weg man nimmt, es lohnt sich auf alle Fälle. Nicht umsonst wurde der Weg durch die Wimbachklamm zu Bayerns schönstem Wanderweg gewählt.

Und wenn man in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hotel die Jennerbahn hat, wäre es schade, diese nicht zu nutzen. Wir sind zuerst bis zur Bergstation/Jenneralm gefahren und haben von dort aus den Gipfel des Jenner (1874 m) erklommen. Es führt ein schöner Weg dorthin, nur die letzten Meter sind etwas schwieriger, aber es lohnt sich. Bergab sind wir an der Mittelstation ausgestiegen und haben einen der vielen Rundwanderwege erkundet, natürlich mit Einkehr zur Brotzeit in eine bewirtschaftete Almhütte.

Leider ist der Urlaub wie immer begrenzt und am Ende stellt man fest, dass man noch viel mehr hätte unternehmen können. Salzburg ist nur einen Katzensprung entfernt. In Königssee direkt kann man die Bob- und Rodelbahn bei einer Führung kennenlernen. Es gibt noch unendlich viele mehr oder weniger schwierige Wanderwege und natürlich kämen auch die richtigen Kletterer auf ihre Kosten. Alles in allem ist es ein sehr lohnenswertes und abwechslungsreiches Urlaubsziel, egal ob als Pärchen oder für Familien mit Kindern. Und es gibt genügend Schlechtwetteralternativen.

Hoteltipp: Hotel Bergheimat in Königssee***

Es ist ein familiengeführtes Mittelklassehotel am Ortsrand von Königssee. Das Ortszentrum mit Schiffsanleger ist zu Fuß gut zu erreichen, ebenso die Jennerbahn, welche nur 200 m vom Hotel entfernt liegt. Das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit. Die Zimmer sind schön groß und rustikal eingerichtet. Man kann mit Frühstück oder Halbpension buchen, das Essen ist sehr lecker und die Portionen sind richtig groß. Jeden Morgen gab es die „Frühstückspost“ mit den Wetteraussichten und Angeboten der Region, z.B. geführte Wanderungen, Veranstaltungen usw. Insgesamt macht das Hotel einen sehr gepflegten und sauberen Eindruck. Und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Dies war bestimmt nicht unser letzter Urlaub am Königssee und vielleicht konnte ich Ihnen ein paar hilfreiche Tipps und Inspirationen für Ihre Urlaubswahl geben. Sprechen Sie mich einfach an.

Ihre Kathrin Mühlmann

Mittelstation der Jennerbahn

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